„autismus Oberbayern e.V.“

Unser Verein wurde 1976 von einigen Eltern mit Unterstützung von Fr. Dr. Bleek-Siedl (Max-Planck-Institut für Psychiatrie) gegründet. Zu dieser Zeit war die Diagnose Autismus in der Öffentlichkeit noch kaum bekannt, und es gab nur wenig Förderungs- und Unterstützungsmöglichkeiten. Bis 2007 nannten wir uns „hilfe für das autistische Kind, Regionalverband München“. Der Verein organisierte Elternabende und Wanderungen, der persönliche Austausch zwischen den Eltern stand im Vordergrund.

Im Laufe der Zeit kam die Gremienarbeit hinzu: der Verein wurde Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband und in der Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe Behinderter und ihrer Angehörigen, wo in Arbeitsgruppen viele Grundsatzprogramme der Behindertenhilfe gemeinsam entwickelt werden, z.B. zu „Behinderung und Alter“, ein Thema, das uns alle angeht, zuletzt „Integration behinderter Menschen“. Ebenso arbeiten Vorstandsmitglieder in Facharbeitskreisen des Behindertenbeirats der Stadt München mit, derzeit im Facharbeitskreis „Wohnen“ und im Facharbeitskreis „Ambulante unterstützende Angebote“.

Das Angebot für die Betroffenen und ihre Familien wurde ständig ausgeweitet, dies bedeutete auch, dass die Vorstandsmitglieder sich in die Zuschussbedingungen des Landes Bayern und der Bezirke einarbeiten mussten, die Angebote müssen ja finanziert werden. Auch die Einführung der Pflegeversicherung forderte uns heraus, denn viele Mitglieder brauchen Hilfe bei der Antragstellung. Aber auch bei der Übersicht, wann man z.B. auch einen Rentenbeitrag bezahlt bekommt, was man mit Verhinderungspflege machen kann, ist oft Unterstützung notwendig. Die Zahl der Mitglieder wuchs auf derzeit mehr als 920.

Da viele der autistischen „Kinder“ mittlerweile längst das Erwachsenenalter erreicht haben, beschloss die Mitgliederversammlung im Herbst 2007, den Namen in „autismus Oberbayern“ zu ändern, und auch erwachsene autistische Menschen auf Wunsch als Vereinsmitglieder aufzunehmen. Dem folgte im Jahr 2009 die Möglichkeit, auch Träger von Einrichtungen für autistische Menschen und Institutionen (z.B. Schulen) als Mitglieder aufzunehmen.

Der siebenköpfige Vorstand des Vereins arbeitet nach wie vor ehrenamtlich. Bei der Menge der Angebote und dem hohen Beratungsbedarf der autistischen Menschen, ihrer Familien und vieler Fachleute bedeutet dies eine hohe Arbeitsbelastung (ca. 3500 Stunden ehrenamtlicher Arbeit pro Jahr). Die Vorstandsmitglieder leisten dies im Büro des Vereins in der Poccistraße 5 oder über Telefon und E-mail. Unsere Sekretärin gibt ebenfalls während der Telefonzeiten zahlreiche Auskünfte zu allen Lebensbereichen und verschickt Informationsmaterial.

Unser Rundbrief erscheint drei bis vier mal im Jahr und erreicht einen Verteiler von etwa 1500 Adressen.

Christiane Nagy, Dr. Nicosia Nieß